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05.01.10

Highlights 2009 - Ein denkwürdiges Debütjahr in der Welt des Superbike-Sports

Kategorie: World Superbike (WSBK)

Von: BMW Motorrad Motorsport

Die Superbike-Weltmeisterschaft 2009 versprach spannender zu werden als je zuvor, besonders weil BMW Motorrad Motorsport sein Debüt in der Rennserie mit der stärksten Konkurrenz gab und gegen nicht weniger als sechs andere Hersteller, vier Japaner und zwei Europäer, antrat. Obwohl BMW Motorrad auf eine sehr lange Motorsportgeschichte zurückblicken kann, waren seine Rennpiloten bei der Superbike-Weltmeisterschaft 2009 die ‚neuen Jungs’. Die Entscheidung von BMW, an dieser Rennserie einzusteigen, fiel zweifellos in eine der härtesten und konkurrenzstärksten Phasen ihrer 21-jährigen Geschichte:

Nach den 14 Läufen und 28 Rennen in den vergangenen acht Monaten auf Rennstrecken in aller Welt ist das Team von BMW Motorrad Motorsport mehr als zufrieden mit seinem ersten Superbike-Weltmeisterschaftsjahr und freut sich schon jetzt auf 2010. Dem Team war immer klar, dass dieses Jahr hart werden würde. Doch Troy, Ruben und das ganze Team schlugen sich bei ihrem Debüt besser, als viele erwartet hatten. Immerhin errangen sie 17 Top-Ten-Plätze. Hier nun ein Bericht über das turbulente erste Jahr in der WSBK in allen Details.

1. Lauf, Phillip Island, Australien
Troy Corser von BMW Motorrad Motorsport startete zwar auf Position 17, rollte dann aber das Feld auf und erkämpfte im Eröffnungsrennen der diesjährigen Superbike-Weltmeisterschaft auf Phillip Island einen hervorragenden achten Platz. Dabei legte er die schnellste Rundenzeit des gesamten Rennens hin und demonstrierte dem Publikum, dass sich BMW Motorrad Motorsport bei der WM keineswegs nur mit einer Statistenrolle begnügen wollte.

2. Lauf, Doha, Qatar
Troy Corser und Ruben Xaus von BMW Motorrad Motorsport lieferten mit drei Top-Ten-Positionen in den beiden 18-Runden-Rennen von Doha eine grandiose Leistung ab! Troy landete in beiden Rennen auf Rang neun, Ruben kam im ersten Rennen auf den 13. und im zweiten auf einen hart erkämpften 10. Platz.

3. Lauf, Valencia, Spanien
Nach dem Qualifying waren Troy Corser und Ruben Xaus sehr zuversichtlich, auch im dritten Lauf zur Superbike-Weltmeisterschaft in Valencia die Top-Ten in Angriff nehmen zu können. Mit Rubens 13. Platz im ersten Rennen erzielte das Duo aber schon sein bestes Endergebnis. An diesem Tag zahlte sich die harte Arbeit, die das ganze Team am Wochenende investiert hatte, nicht aus. Troy schied nach nur einer Runde aus, blieb aber zum Glück unverletzt, und belegte im zweiten Durchgang trotz Grip-Problemen Rang 15. Ruben kam in beiden Rennen auf den 16. Platz, war aber in beiden Rennen mit seinem Tempo zufrieden.

4. Lauf, Assen, Niederlande
Mit zwei Top-Ten-Platzierungen konnte sich Troy Corser in Assen über einen der beständigsten Renntage der Saison freuen. Er wurde von seinem Teamkollegen Ruben Xaus gut unterstützt, der ebenfalls aus einer hinteren Startreihe ins Rennen gehen musste. Ruben startete in beiden Rennen aus der fünften Reihe; im ersten Rennen arbeitete er sich jedoch bis auf Rang 14 und im zweiten Rennen sogar bis auf Rang 11 vor.

5. Lauf, Monza, Italien
Mit einem tollen siebten Platz im ersten Durchgang verhalf Ruben Xaus dem Team BMW Motorrad Motorsport in Monza zu seinem bis dahin besten Ergebnis. Ein solider neunter Rang folgte im zweiten Rennen, und damit war Monza für ihn der beste der bisherigen fünf Läufe. Er und sein Bike steigerten sich also von Lauf zu Lauf. Troy Corser wurde in der Eröffnungsrunde des ersten Rennens in einen Crash verwickelt und vom Bike eines anderen Piloten am Nacken getroffen.

6. Lauf, Kyalami, Südafrika
Die sechste Runde zur diesjährigen Superbike-Weltmeisterschaft in Kyalami wird dem Team BMW Motorrad Motorsport in keiner sonderlich guten Erinnerung bleiben. Wenngleich das Wochenende viel versprechend begonnen hatte, blieben am Ende sowohl Ruben als auch dem Ersatzfahrer Steve Martin Punkte in den beiden Rennen über 24 Runden versagt. Ruben wurde zweimal von der Strecke gedrängt und kam insgesamt lediglich drei Runden weit. Steve konnte beide Läufe zu Ende fahren, belegte aber im ersten Durchgang nur den 22. und im zweiten den 18. Platz.

7. Lauf, Miller Motorsport Park, USA
Der siebte Lauf zur diesjährigen Superbike-Weltmeisterschaft ging auch nicht als denkwürdiges Ereignis in die Geschichte des Teams BMW Motorrad Motorsport ein. Dass sie in dieser Saison von ihren niedrigsten Startpositionen ins Rennen gehen mussten, bereitete Troy Corser wie Ruben Xaus einige Schwierigkeiten. Umso höher ist ihnen anzurechnen, dass sie beide Rennen zu Ende fuhren. Troy and Ruben kämpften in den beiden 21-Runden-Rennen hart und konnten dank Troys fünfzehntem Platz im ersten Rennen einen Punkt erzielen.

8. Lauf, Misano, Italien
Beim ersten Rennen in Misano trafen nasse Reifen auf nassen Boden. Ruben Xaus konnte diese schwierigen Bedingungen zu seinem Vorteil nutzen, kämpfte sich vom 18. Startplatz bis auf Rang eins vor und lag noch sieben Runden vor dem Ende des Rennens in Führung. Beim Wechsel des Motorrads erhielt er jedoch aufgrund einer Geschwindigkeitsüberschreitung in der Boxengasse eine Durchfahrtsstrafe. Er gab dennoch nicht auf und wurde am Ende noch 14. Troys Rennen war allerdings schon vorbei, bevor es überhaupt begonnen hatte. Wegen eines Elektronikproblems hatte er in der Warm-up-Runde einen Highsider und stürzte, verletzte sich aber glücklicherweise nicht weiter an seiner ohnedies lädierten Schulter.

9. Lauf, Donington Park, Großbritannien
Im zweiten Rennen der Superbike-Weltmeisterschaft in Donington Park holte sich Ruben Xaus einen hervorragenden neunten Platz. Bei sonnigem Wetter kämpfte sich Ruben von Startreihe vier aus zu seinem dritten Top-Ten-Ergebnis in dieser Saison durchs Feld. Mit Platz 15 im ersten Rennen bestätigte er, dass er und das Team die zuletzt mäßigen Resultate verarbeitet hatten. Troy erlebte keinen ganz so guten Tag. Er stürzte im ersten Durchgang, weil er versehentlich den Leerlauf erwischte. Zu wenig Grip machte ihm im zweiten Durchgang das Leben schwer. Trotz der Grip-Probleme fuhr Troy aber weiter und konnte das Rennen beenden, allerdings keine Punkte einfahren.

10. Lauf, Brünn, Tschechische Republik
Nach guter Arbeit abseits der Rennstrecke und den kürzlich erfolgreich absolvierten Tests in Italien konnte sich Troy in Brno über sein bislang bestes Wochenende der Saison freuen. Im ersten Lauf belegte er einen fantastischen fünften Platz, nachdem mehrere Runden lang in Führung gelegen hatte. Trotz Reifenproblemen kam er im zweiten Umlauf auf Platz zehn. Ruben musste seine Hoffnungen nach einem Sturz in der ersten Runde des ersten Rennens begraben und landete im Medical Centre. Anhand der Röntgenaufnahmen stellte sich heraus, dass er sich den rechten Oberschenkelhals gebrochen hatte

11. Lauf, Nürburgring, Deutschland
Troy erwischte in beiden Rennen einen guten Start, wurde im ersten Rennen Achter und ließ im zweiten einen starken sechsten Platz folgen. Richard Cooper, der Ruben Xaus ersetzte, startete ebenfalls gut, stürzte aber in beiden der 20 Runden langen Rennen, blieb jedoch zum Glück unverletzt. Da der junge britische Fahrer allerdings nur wenig Zeit hatte, einen Trocken-Setup zu finden und sich mit der Strecke vertraut zu machen, braucht er sich nicht zu grämen, zumal er beide Rennen viel versprechend mit Talent und Speed angegangen war.

12. Lauf, Imola, Italien
In Imola erlebte BMW Motorrad Motorsport ein Wechselbad der Gefühle. Ruben erzielte bei seinem Comeback nach der Verletzung hervorragende Top-Dreizehn-Platzierungen. Troy hatte mit Bremsproblemen zu kämpfen, kam im ersten Rennen auf Rang 11, konnte aber das zweite Rennen nicht beenden.

13. Lauf, Magny-Cours, Frankreich
Zur Freude des Teams BMW Motorrad Motorsport holte sich Troy Corser in Magny-Cours gleich zwei hart erarbeitete Top-Ten-Platzierungen. Das erste Rennen beendete er als Neunter, das zweite auf Rang zehn. Ruben Xaus kämpfte wieder gegen die Schmerzen und wurde dafür mit einem starken 11. Platz im ersten Rennen und einem 12. Platz im zweiten Rennen belohnt.

14. Lauf, Portimao, Portugal
In Portimao durchlebte das Team erneut einen unglücklichen Tag. Ruben erreichte im ersten Rennen einen 8. Platz und brach sich nach einem Highsider im zweiten Rennen das rechte Bein, nachdem er mit seinem Motorrad auf der Ölspur einer anderen Maschine ausgerutscht war. Auch Troy hatte Frust zu verarbeiten: Wegen Chattering musste er die Box ansteuern. Im zweiten Rennen belegte er aber den neunten Platz und bewies erneut, dass die S 1000 RR durchaus Chancen in dieser Rennserie hat. Corser und Xaus wollen auch in Zukunft hart und engagiert mit dem Team arbeiten, um dieses Ziel zu verwirklichen.

Hausers Gedanken zu einem denkwürdigen Jahr

Das Schlusswort hat Berti Hauser, Teamchef von BMW Motorrad Motorsport, der eines der aus seiner Sicht aufregendsten Jahre seines Lebens Revue passieren lässt.

„Die Saison war lang und hart, aber die Zeit ist trotzdem sehr schnell herumgegangen. Ich bin überrascht, dass sie jetzt schon zu Ende ist. Es war eine tolle Erfahrung. Wir haben 17 Top-Ten-Platzierungen erreicht. Da kann man wohl mit Recht sagen: ‚Mission erfüllt’. Wir haben Höhen und Tiefen erlebt und die Podiumsplätze manchmal nur knapp verpasst, was für das Potenzial des Motorrads spricht. Wir wissen, dass wir in einigen Bereichen zulegen müssen. Ich kann Ihnen versichern, dass dies bis zum nächsten Saisonstart geschehen sein wird.“

„Das war unser Rookie-Jahr. Ich finde, dass das ganze Team glücklich und stolz auf diese erste Saison sein kann. Ich möchte gerne Troy, Ruben, allen Mechanikern, Technikern, InFront, Pirelli, allen Mitarbeitern hinter den Kulissen und allen unseren Sponsoren für ihre harte Arbeit und tatkräftige Unterstützung in einer fantastischen ersten Saison danken. Danken möchte ich auch allen Rivalen, die uns das Leben schwer machten und uns zwangen, noch härter zu arbeiten und uns kontinuierlich zu verbessern. Wir hoffen, sie im nächsten Jahr alle wiederzusehen!“

Jeder Hersteller, der neu in diese Rennserie einsteigt, weiß, dass er eine harte Zeit vor sich hat. Auch BMW machte sich keinerlei Illusionen über die Herausforderungen, die zu bewältigen waren. BMW nahm aber an der Superbike-Weltmeisterschaft teil, weil sie Fans und Kunden die Möglichkeit bietet, sich mit der Marke und den Motorrädern zu identifizieren. In Kürze wird das mit Spannung erwartete Straßenbike BMW S 1000 RR an die Kunden ausgeliefert, von dem das Werksrennmotorrad abgeleitet ist. Seine Markteinführung hat lange auf sich warten lassen, aber das Warten wird sich zweifellos lohnen.

Nationale Erfolgsgeschichten

Fantastisches IDM Debüt
Wir sollten nicht vergessen, dass neben dem Superbike-WM-Werksteam auch andere engagierte Fahrer, Techniker, Mechaniker und treue Fans bei verschiedenen Rennen auf nationale Erfolge für die S 1000 RR hofften. Für 2009 ist vor allem die erste Teilnahme an der IDM Superbike-Meisterschaft zu nennen, bei der sich der belgische Fahrer Werner Daemen den dritten Platz in der Gesamtwertung sicherte.

Das große Talent Daemen holte mit der BMW S 1000 RR auf dem Weg zum 3. Platz in der Meisterschaft zwei Rennsiege und vier Podiumsplätze – ein überragendes Ergebnis in ihrer ersten Saison bei dieser hart umkämpften Rennserie, die Deutschlands wichtigste Motorradmeisterschaft und eine der konkurrenzstärksten inländischen Rennserien der Welt ist.

Triumph beim 24-Stunden-Rennen von Barcelona
Zwei BMW S 1000 RR Teams feierten ihre großartigen Ergebnisse beim Endurance-Rennen ‚24 Hores Frigo de Motociclisme’, das im Juli auf dem Circuit Catalunya in Spanien stattfand. Beide Teams landeten in der Superstock-Klasse auf dem ersten und zweiten sowie auf dem fünften und sechsten Platz in der Gesamtwertung. Und dabei waren sie gegen mehr als 40 Teams angetreten, zu denen die Stammfahrer der Endurance-Weltmeisterschaft und viele Piloten mit Superbike-Werksmaschinen zählten.

Zwei BMW Teams mit jeweils vier Piloten traten auf der berühmten Rennstrecke nördlich von Barcelona an. Der spanische Händlerbetrieb Busquets wurde von Josep Maria und Alex Busquets, Gerhard Lindner von BMW Motorrad Deutschland sowie Camille Hedelin vertreten, die im BMW Testzentrum am Autodrome de Miramas in Südfrankreich arbeitet. Bei diesem legendären 24-Stunden-Endurance-Rennen gingen Pere San Martin, Josep Mas, Raul Gurri und Pedro Balague mit der BMW S 1000 RR für den Händlerbetrieb Scratch an den Start.

Für Gerhard Lindner von BMW Motorrad – einem ehemaligen Rennpiloten und Motorradjournalisten, der für Dauererprobung, Zuverlässigkeitsprüfung und Entwicklung der Serienmodelle des Unternehmens verantwortlich ist – ging ein Traum in Erfüllung, als er mit der neuen S 1000 RR nicht nur an der Catalunya teilnehmen, sondern beim Debüt in diesem prestigeträchtigen Rennen auch das bestmögliche Ergebnis erzielen konnte.

„Für mich ist das aus verschiedenen Gründen ein ganz besonders Resultat. Als ich Projektmanager wurde, hatte ich viele Ideen für die Entwicklung der S 1000 RR im Kopf. Dann führten wir umfangreiche Tests mit dieser Maschine durch; dass wir mit diesen beiden Bikes irgendwann endlich an den Start gehen und tatsächlich in unserer Klasse einen ersten und zweiten Platz erringen konnten, ist fantastisch – mehr hätten wir uns wahrhaftig nicht wünschen können!“

Ein weiterer erfolgreicher Ausdauertest für die S 1000 RR beim Bol d’Or

Gerhard Lindner von BMW Motorrad nahm im September gemeinsam mit einem privaten Team aus Polen mit einem Serienmodell der BMW S 1000 RR an dem berühmten Bol d’Or teil. Die Rennpiloten traten gegen über 50 weitere Teams an und belegten nach 24 Stunden und 766 Runden auf der 4,2 Kilometer langen Rennstrecke Magny-Cours einen fantastischen vierten Platz in der Superstock-Klasse und einen löblichen 12. Platz in der Gesamtwertung.

Das Team BMW Sikora Bily Prorace – mit den Fahrern Ireneusz Sikora aus Polen sowie Tomas Miksovsky und Milos Cihak aus der Tschechischen Republik – wurde durch Lindner verstärkt, der mit zwei Serien-Testbikes nach Frankreich kam und mit Unterstützung des Teammanagers Thomas Eckardt (der in der Vergangenheit umfangreiche Erfahrungen mit dem Werksteam von BMW Motorrad Motorsport gesammelt hatte) sicherstellte, dass ein BMW Motorrad in Magny-Cours an den Start ging.

Das Ersatzmotorrad wurde zwar von einem der Fahrer bei einem High-Speed-Crash im Training zerstört. Ihre einzige noch verbliebene S 1000 RR fuhr jedoch sowohl am Tag als auch in der Nacht super, und am Ende des Bol d’Or 2009 hatten die BMW Fahrer 766 Runden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 140,67 km/h zurückgelegt. Während die intensive Hitze vielen Maschinen schwer zu schaffen machte (25 Prozent der Teams konnten das Rennen nicht beenden), klagten Gerhard und seine Teamkollegen lediglich über Bremsfading.

2010 und darüber hinaus ...
Da Ruben Xaus und Troy Corser auch in ihrem zweiten Jahr mit den Werksmaschinen fahren werden, Werner Daemen wieder Titelansprüche in der IDM erheben und BMW Motorrad Italia mit einem offiziellen Team am FIM Superstock 1000 Cup 2010 teilnehmen wird, können sich die BMW Fans auf die neue Serienmaschine auf viele Highlights freuen. Schon in diesem Jahr wurde dem Publikum demonstriert, dass BMW Motorrad mit seinem neuen Supersportbike Ernst macht; es ist damit zu rechnen, dass es 2010 auf den Rennstrecken der ganzen Welt für Schlagzeilen sorgen wird.



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