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Vorschau Nürburgring, Deutschland
Die Sommerpause ist vorbei, und mit dem Rennwochenende am Nürburgring (03. - 05.09.2010, GER) beginnt für die Teams der FIM Superbike-Weltmeisterschaft der Endspurt der Saison 2010. Für das Team BMW Motorrad Motorsport ist das elfte Rennwochenende der Saison gleich aus zwei Gründen etwas Besonderes. Das Wochenende auf dem Traditionskurs in der Eifel ist für die bayerische Mannschaft das Heimspiel im diesjährigen Rennkalender. Und am Sonntag gibt es ein kleines Jubiläum zu feiern: Der zweite Lauf am Nürburgring ist für das Team das 50. Rennen seit dem Einstieg in die Weltmeisterschaft 2009.
Die Mannschaft um BMW Motorrad Motorsport Direktor Berthold Hauser möchte auf heimischem Terrain an jüngste Erfolge anknüpfen. Für Troy Corser (AUS) ist der Nürburgring ein gutes Pflaster, er konnte sich dort bereits in die Siegerlisten eintragen. Ruben Xaus (ESP) möchte die Erkenntnisse aus den vergangenen Rennen umsetzen und peilt seinen ersten Podiumsplatz mit der BMW S 1000 RR an. In der Fahrerwertung ist Troy mit 155 Punkten Zehnter, Ruben liegt mit 69 Punkten auf Platz 14. In der Herstellerwertung belegt BMW mit 174 Punkten den sechsten Rang.
Für Ruben stand am 22. August eine Ausfahrt der besonderen Art auf dem Programm: Im Rahmen des City-Racing-Tages in Rotterdam (NED) fuhr der Katalane auf seiner BMW S 1000 RR Demo-Runden. Am Hauptveranstaltungstag des Wochenendes bestaunte eine große Kulisse Rubens Burnouts und Demonstrations-Starts.
Troy Corser:
„Ich mag den Nürburgring wirklich. Dort konnte ich bisher regelmäßig gute Ergebnisse einfahren, einige Podestplätze und auch einen Sieg. Ich denke, dass die Strecke unserem Motor und unserem Fahrwerk entgegenkommt. Das Ziel für das Training am Freitag ist, eine gute Abstimmung zu finden. Wenn uns das gelingt, dann ist an diesem Wochenende alles möglich.
Der Nürburgring ist eine tolle Strecke, die für Motorradrennen wie geschaffen ist. Es gibt viele Überholmöglichkeiten, und es geht auf und ab. Daraus ergeben sich in der Regel wirklich spannende und spektakuläre Rennen – sowohl für uns Fahrer, als auch für die Zuschauer. Die Nordschleife ist Motorsport-Geschichte pur. Allerdings wäre es im Renntempo mit unseren Bikes dort eindeutig zu gefährlich. Im Sommer 2009 hatte ich die Chance, ein Formel-1-Auto von BMW auf dem Nürburgring zu fahren. Das hat riesigen Spaß gemacht. Ich war überrascht, wie schnell man sich in einem solchen Fahrzeug wohl fühlt. Ans Limit gehe ich dort aber lieber auf meinem Bike.“
Ruben Xaus:
„Ich möchte auf dem Nürburgring an meine gute Leistung von Brünn anknüpfen. Es wäre schön, wenn ich nun den Podestplatz holen könnte, den ich in Tschechien durch meinen Sturz knapp verpasst habe. Das wäre sicher bereits in Silverstone möglich gewesen, wenn wir dort unsere Haftungsprobleme früher in den Griff bekommen hätten. Doch wir haben in England viel für die Zukunft gelernt. Wir haben eine Abstimmung gefunden, mit der ich auch bei geringer Haftung gute Rundenzeiten fahren kann. Bisher gelang mir das meistens nur, wenn eine Strecke den Reifen viel Haftung bot. Das wird mir dabei helfen, mich weiter zu steigern und unter allen Bedingungen schnell zu sein. Wir haben bereits gezeigt, dass wir mit der Spitze mithalten können. Und das möchte ich künftig auf allen Strecken tun.“
Berthold Hauser, BMW Motorrad Motorsport Direktor:
„Heimrennen und ein kleines Jubiläum - es ist klar, dass sich unsere gesamte Mannschaft auf das Rennwochenende in der Eifel freut. In Silverstone lief es für uns nicht ganz nach Wunsch, weil wir fast an allen drei Tagen Probleme mit der Haftung hatten. Doch wir konnten bereits für das zweite Rennen dort Lösungen für diese Probleme finden. Troy hätte ohne seinen Sturz im zweiten Lauf auf das Podest fahren können, Ruben gelang mit konstant starken Rundenzeiten eine tolle Aufholjagd. Das stimmt uns zuversichtlich für den Nürburgring, denn wir können die gewonnenen Erkenntnisse dort nutzen. Wir wissen, wozu wir in dieser Saison in der Lage sind und haben uns fest vorgenommen, auch die entsprechenden Ergebnisse zu holen. Es wäre etwas Besonderes, auf heimischem Terrain erneut auf das Podium zu fahren.“
Hintergrund:
Der Nürburgring liegt auf dem Gebiet der Verbandsgemeinde Adenau im deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz. Der Eifelkurs wurde 1927 eröffnet und ist damit eine der traditionsreichsten Strecken Europas. In den 1980er Jahren erhielt die Anlage ein neues Gesicht, zwischen 1999 und 2002 folgten weitere Modernisierungen. Die über 20 Kilometer lange Nordschleife ist ein beliebter Schauplatz für Automobil-Langstreckenrennen. Die Superbike-WM trägt ihre Rennen auf dem Grand-Prix-Kurs aus. Dessen Streckenlänge betrug beim Debüt der Superbike-WM 1998 noch 4,556 Kilometer, seit 2008 liegt sie bei 5,137 Kilometern.
Gleich die erste Kurve, das „Yokohama-S“, hat es auf dem Nürburgring in sich: Die Fahrer bremsen äußerst spät und müssen sich in eine gute Position für die „Mercedes Arena“ bringen. Dort treffen sie zum Teil auf Kurven, deren Radius bei der Durchfahrt immer enger wird. Ein gutes Einlenkverhalten ist wichtig, um früh aus den Kurven heraus beschleunigen zu können. „Bit“ ist die wichtigste Kurve der Strecke. Wer sie gut erwischt, nimmt genügend Tempo in den folgenden Hochgeschwindigkeitsbereich mit. In der „NGK“-Schikane wartet noch einmal ein harter Bremspunkt, ehe es bergauf in Richtung Zielkurve geht.
Am Nürburgring herrschen unberechenbare Wetterverhältnisse, die sich schlagartig ändern können. Sonnige und trockene Witterung schlagen in der Eifel innerhalb kurzer Zeit in Gewitterschauer und Hagel um. Troy Corser gewann dort 1999 einen WM-Lauf. In dieser Saison macht die Superbike-Weltmeisterschaft zum fünften Mal in der „Grünen Hölle“ Station.







