28.07.11

Silverstone

Rubrik: World Superbike (WSBK)

Vorschau

29. – 31. Juli 2011

09. von 13 WM-Rennwochenenden

 

 

München/Stephanskirchen, 25. Juli 2011. Der Tross der FIM Superbike-Weltmeisterschaft reist nach Großbritannien. Auf dem Traditionskurs von Silverstone wird am kommenden Wochenende (29. bis 31. Juli) die neunte Runde der Saison 2011 ausgetragen. Das Team BMW Motorrad Motorsport ist dabei wieder komplett: Werksfahrer Troy Corser (AUS) gibt nach seiner kurzen Verletzungspause sein Renncomeback an der Seite von Teamkollege Leon Haslam (GBR). Troy hatte sich bei einem Rennunfall im zweiten WM-Lauf im Motorland Aragón (ESP) Elle und Speiche im linken Arm gebrochen und konnte an den Läufen in Brünn (CZE) nicht teilnehmen.

Der altehrwürdige Kurs von Silverstone wurde in den vergangenen beiden Jahren umfangreich umgebaut. Das geänderte Streckenlayout durch die neue „Silverstone Arena“ ist den Piloten der FIM Superbike-Weltmeisterschaft bereits aus der vergangenen Saison bekannt. Nun beziehen sie auch den imposanten neuen Boxenkomplex „Silverstone Wing“, der im Mai dieses Jahres eröffnet wurde. Im Zuge des Neubaus wurde die Start-Ziel-Gerade verlegt, was zur Folge hat, dass sich die Fahrer auch in Bezug auf den Streckenverlauf etwas umgewöhnen müssen.

Das Team BMW Motorrad Motorsport hat sich mit zwei Testtagen auf dem EuroSpeedway Lausitz (GER) auf das kommende Rennwochenende vorbereitet. Dort waren Leon und BMW Motorrad Testfahrer Steve Martin (AUS) am 18. und 19. Juli im Einsatz. Sie haben mit dem Team an Abstimmungsideen und technischen Lösungen für die BMW S 1000 RRs von Leon und Troy gefeilt, die in Silverstone umgesetzt werden.

Nach acht absolvierten Rennwochenenden der Saison 2011 liegt Leon in der Fahrerwertung der FIM Superbike-Weltmeisterschaft mit 137 Punkten auf dem fünften Rang, Troy ist 15. mit 55 Zählern. Insgesamt haben die beiden für das Team BMW Motorrad Motorsport in dieser Saison bereits 192 Zähler gesammelt. In der Konstrukteurswertung, für die jeweils nur das beste Rennergebnis des Herstellers zählt, belegt BMW mit 173 Punkten den vierten Platz.


Leon Haslam:
„Silverstone ist für mich immer ein besonderes Rennen, da wir in England antreten. Ich freue mich schon darauf, dorthin zurückzukehren. Im vergangenen Jahr war die Strecke für alle neu, und die Charakteristik des neuen Layouts gefällt mir wirklich gut. Der Kurs ist schnell und flüssig, ein bisschen wie eine Mischung aus Monza und Assen. In manchen Abschnitten spielt die Abstimmung des Motorrads eine entscheidende Rolle.

Zudem sind in Silverstone immer spannende Rennen garantiert. Es wird klasse sein, dort mit der BMW S 1000 RR anzutreten – vor allem, weil wir vor meinem Heimpublikum fahren. Ich hoffe, dass wir gutes Wetter haben und kann es nicht erwarten, dorthin zu kommen.“


Troy Corser:
„Nachdem ich mich in Aragón verletzt habe, freue ich mich nun wirklich schon darauf, wieder auf das Bike zu steigen. Vor ein paar Wochen habe ich mein Fitnesstraining wieder aufgenommen, und ich verspüre keinerlei Schmerzen in meinem Arm. Um zu prüfen, wie fit ich bin, bin ich mit Geländemaschinen gefahren. Und alles ist bestens.

 

Im vergangenen Jahr war unsere Performance in Silverstone nicht schlecht, aber leider bin ich im zweiten Rennen gestürzt. Unser Bike hat dort gut funktioniert – man braucht in Silverstone einen starken Motor, das sollte uns entgegen kommen. Zur Vorbereitung auf die Rennen haben Leon und Steve Martin auf dem Lausitzring einige Dinge ausprobiert. Ich bin zuversichtlich, dass die Testergebnisse helfen werden, das Bike weiter zu verbessern.

Der neue Boxenkomplex sieht im Fernsehen beeindruckend aus, aber die Strecke scheint immer noch recht uneben zu sein. Durch die neue Position der Start-Ziel-Gerade haben wir dort eine recht enge und unebene erste Kurve. Ich denke, dass es jetzt noch wichtiger ist, von einem vorderen Startplatz aus in die Rennen zu gehen.“


Bernhard Gobmeier, BMW Motorrad Motorsport Direktor:
„In Silverstone herrscht immer eine großartige Atmosphäre, man spürt dort an jeder Ecke die lange Rennsporttradition. Wir sind gespannt auf die neue Boxenanlage, die in diesem Jahr erst eröffnet wurde. Für unsere beiden Fahrer ist Silverstone immer etwas Besonderes: Leon als Engländer bestreitet dort sein Heimspiel, und für Troy ist es die zweite Heimat. Wir freuen uns, dass Troy nach seiner Verletzungspause wieder an Bord ist.

Zur Vorbereitung auf das Rennwochenende haben wir einen Test absolviert. Dabei haben wir neue Ideen und technische Lösungen für Silverstone ausprobiert. Wir denken, dass wir bei diesem Test gute Lösungen gefunden haben. Wir möchten an die Leistungen anknüpfen, die wir im ersten Teil der Saison gezeigt haben.“

 


Hintergrund:
Silverstone ist mit etwa 2.000 Einwohnern eine beschauliche Ortschaft in der britischen Grafschaft Northamptonshire. Die nächstgrößeren Städte sind im Norden das etwa 25 Kilometer entfernte Northampton und im Süden das rund 50 Kilometer entfernte Oxford. Doch mitten in dieser ländlichen Gegend schlägt das Herz des britischen Motorsports. Der Name „Home of British Motor Racing“ für den „Silverstone Circuit“ kommt nicht von ungefähr.

Die Traditionsstrecke entstand nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gelände der 1943 errichteten Basis der britischen Luftwaffe. 1948 wurde dort das erste Autorennen ausgetragen, 1950 fand in Silverstone der erste Formel-1-Weltmeisterschaftslauf überhaupt statt. Die FIM Superbike-Weltmeisterschaft gastierte zunächst von 2002 bis 2007 in Silverstone. Nach zwei Jahren Pause kehrte sie dann 2010 dorthin zurück, nachdem die Strecke umfangreich umgebaut wurde.

2010 fuhren die Superbike-WM-Piloten zum ersten Mal auf dem Layout durch die neue „Silverstone-Arena“, das speziell auf die Anforderungen von Motorrädern ausgelegt ist. Zwischen den Kurven Abbey und Brooklands wurde ein fast 800 Meter langer stadionartiger Streckenabschnitt ergänzt. Berühmte Kurven wie Maggotts, Becketts, Copse oder Stowe blieben aber erhalten.

Im Mai 2011 wurde schließlich auch der imposante neue Boxenkomplex „Silverstone Wing“ eröffnet. Er befindet sich zwischen den Kurven Club und Abbey, die Start-Ziel-Gerade ist entsprechend dorthin umgezogen. Die Piloten müssen sich also in diesem Jahr unter anderem an eine neue Boxenein- und -ausfahrt gewöhnen, obwohl sie mit dem eigentlichen Streckenlayout schon aus der vergangenen Saison vertraut sind.

Gebaut auf einem früheren Flugplatz, ist der „Silverstone Circuit“ ein sehr flacher Kurs. Die Motorleistung der BMW S 1000 RR ist hier von großer Bedeutung, denn es gibt mehrere lange Geraden. Außerdem bietet die Strecke einige langgezogene Kurven, bei denen die Reifen einseitig belastet werden. Deshalb spielt auch eine sensible Gasannahme eine große Rolle. Mit dem neuen Layout sind aber auch „Stop-and-Go“ Kurven dazugekommen, womit die Strecke eine gute Mischung an schnellen und langsamen, technischen Kurven bietet. Insgesamt ist der Kurs körperlich sehr anstrengend. Zudem gibt es tückische Bodenwellen, die bei der Abstimmung ebenfalls beachtet werden müssen. Eine solche Bodenwelle lauert unter anderem in der neuen ersten Kurve, Abbey.

Für BMW Motorrad Werksfahrer Leon Haslam (GBR) ist Silverstone das zweite britische Heimspiel des Jahres. Doch auch sein Teamkollege Troy Corser (AUS) fühlt sich hier wie zu Hause, da er die meiste Zeit mit seiner Familie in England verbringt.



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